Johannes Voggenhuber – Res Publica

| 3. Juni 2011

Reden gegen die Schwerkraft

Erschienen im Residenz Verlag (2010)

Wer Visionen hat der braucht einen Arzt. So lautet ein schon ein bisschen in Vergessenheit geratenes Zitat von einem SPÖ Langzeit Bundeskanzler. Johannes Voggenhuber hatte immer schon Visionen, er ist jedoch nicht zum Arzt gegangen sondern in die Politik. Zu behaupten Johannes Voggenhuber sei das Enfant terrible der Grünen Österreichs wäre purer Euphemismus. Er ist mehr als das – vor allem für seine politischen Gegner.  Der essentielle Baustein seines politischen Lebenswerkes in Buchform liegt nun vor: Seine wichtigsten Reden und journalistische Beiträge.

Welcher österreichische Politiker publiziert schon in so renommierten Medien, wie in der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“. Die Wortgewaltigkeit seiner Ausführungen, erinnert den Leser ein bisschen an den Literaten Thomas Bernhard. Vor allem die Fähigkeit Sachverhalte schwarz zu sehen und die Kunst zur Übertreibung. Ja es ist zielführend marktschreierisch zu agieren um für ernste Themen die nötige Aufmerksamkeit in der politikverdrossenen Bevölkerung zu bekommen. Der Titel des Buches ist ironisch gemeint. Reden gegen die Schwerkraft ist ob im Londoner „Speakers Corner“ oder im europäischen Parlament schon einmal ein guter Anfang.  

Johannes Voggenhuber von den engen Grenzen des Hubert Sattler Panoramas inspiriert, zog in das EU Parlament um sich den Verfassungsagenden und der schwierigen Situation in der Europäischen Union zu widmen.  Kommunalpolitik, Bundespolitik und dann die Krönung, seine diversen Ämter im Europäischen Parlament. Man weiß nicht genau ob er zu den Realos oder zu den Fundis gehört- Er ist Beides. Es ist noch nicht entschieden ob seine politische Karriere beendet ist. Aber das ist ja auch egal, mediale Aufmerksamkeit bekommt er sowieso. Von Themen wie Gleichberechtigung, Klima- und Energiepolitik, und den innerparteilichen Auseinandersetzungen innerhalb der Grünen erfährt man in diesem Buch jedoch wenig. Ok jeder Politiker soll seine Schwerpunktthemen pflegen können.

(Andreas Scheck)

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